Dortmund vs Bayern 2013/2014

Seit Bestehen der Bundesliga, gegründet 1963, gab es über die Jahre einige denkwürdige Begegnungen. Derbys, Titelduelle und Abstiegskämpfe haben stets für Spannung und Drama gesorgt. Wir blicken zurück auf die besten 5 Bundesliga Partien aller Zeiten.

5. FC St.Pauli – Bayern München 2:1 2001/02

Der Rekordmeister war im Jahre 2002 an einem Mittwochabend im Februar zu Gast im Norden, am Millerntor. Zwei Monate zuvor hatten die Bayern als amtierender Champions League Sieger den Weltpokal gewonnen. Der vermeintliche Underdog aus St.Pauli wurde schon vor der Partie abgeschrieben und galt als chancenlos.

Doch an diesem Abend sollte alles anders sein. Es entwickelte sich eine turbulente Partie, die in bester David gegen Goliath Manier ausgetragen wurde. Nach gut einer halben Stunde gingen die Hausherren durch ein Tor von Thomas Meggle tatsächlich in Führung. Doch damit nicht genug: nur drei Minuten später erhöhte Nico Patschinski auf 2:0. Der große FC Bayern war geschockt.

Getragen von der Flutlicht Atmosphäre und den Anfeuerungen der rund 20.000 Zuschauer in der ausverkauften Hütte kämpfte St.Pauli bis zum Umfallen. Bayern erzielte noch den späten Anschlusstreffer durch Willy Sagnol, konnte jedoch im Anschluss nichts mehr entgegensetzen. St.Pauli rettete die Führung über die Zeit und durfte sich fortan „Weltpokalsiegerbesieger“ nennen.

4. Borussia Dortmund – Schalke 04 4:4 2017/18

Das Revierderby ist immer für große Spiele und grenzenlose Intensität bekannt. So auch im November 2017, als man in dem mit 80.000 Zuschauern ausverkauften Signal-Iduna-Park aufeinander traf. Die Schwarz-Gelben erwischten vor heimischer Kulisse den bedeutend besseren Start und gingen durch Pierre-Emerick Aubameyang früh in Führung. Ein Eigentor von Benjamin Stambouli sowie ein Treffer von Mario Götze sorgten schnell für klare Verhältnisse. Nach 20 Minuten waren die haushoch überlegenen Dortmunder schon mit 3:0 in Führung. Nur fünf Minuten später erhöhte Raphael Guerreiro sogar auf 4:0. Es sah nach einer Demontage für Königsblau aus. In purer Verzweiflung wechselte Schalke Trainer Domenico Tedesco nach 33 Minuten sogar zweimal aus.

Das Spiel plätscherte vor sich hin, und auch als Guido Burgstaller das 1:4 aus Schalker Sicht erzielte, war noch keine Unruhe zu vernehmen. Dies änderte sich schlagartig, als Amine Harit das 4:2 erzielte und Aubameyang nur eine Minute danach rot sah. Es waren noch 20 Minuten zu spielen, und Schalke leckte in Überzahl noch einmal Blut. Spätestens mit Daniel Caligiuri’s Tor zum 4:3 war endgültig das große Zittern angesagt, da waren noch fünf Minuten regulär zu spielen. Schalke warf alles nach vorne, während Dortmund mit Mann und Maus verteidigte.

Als in der 95.Minute Naldo nach einem Eckball per Kopf zum 4:4 Ausgleich traf, brachen alle Dämme. Schalke feierte das Unentschieden wie eine Meisterschaft, während Peter Bosz und seine Spieler nicht fassen konnten, wie der sichere Sieg aus der Hand gegeben werden konnte. Wahrlich ein Derby für die Ewigkeit!   

3. Bayern München – Borussia Mönchengladbach 4:3 1973/74

Schon in den siebziger Jahren war der FC Bayern das Maß der Dinge, sowohl in der Bundesliga, als auch international. Der größte Widersacher war jedoch die junge Fohlen-Elf, die mit ihrem jugendlichen Elan und ihrer aufmüpfigen Art schnell die Massen begeistern konnte. Eines der größten Duelle dieser beiden Topteams fand im Dezember 1973 statt, als man sich im Münchener Olympiastadion gegenüberstand.

Die mit Topstars gespickten Teams begegneten sich auf Augenhöhe und boten der Nation ein Spektakel. Franz Roth schoss die frühe Führung für die Bayern nach vier Minuten, doch Herbert Wimmer erzielte nur eine Minute später den Ausgleich. Henning Jensen’s umjubelter Führungstreffer zum 2:1 für die Gladbacher nach 18 Minuten wurde postwendend durch Gerd Müller ausgeglichen. Nach 20 Minuten stand es somit schon 2:2. Und nur weitere drei Minuten später erzielte Rainer Zobel nach einer Flanke von Uli Hoeneß per Kopf das 3:2 für Bayern. Nach diesem unfassbaren Hin und Her in der Anfangsphase beruhigte sich die Partie fürs Erste.

In der zweiten Halbzeit nahm die Begegnung dann nochmal Fahrt auf. Uli Hoeneß war es dann, der in der 64ten die Vorentscheidung herbeiführte. Nach Vorlage von Franz Beckenbauer traf er zum 4:2. Mönchengladbach gab jedoch nicht auf und kam in der 88.Minute nochmal zum Anschlusstreffer durch Rainer Bonhof. Doch das 4:3 sollte der Schlusspunkt einer denkwürdigen Partie sein. Auch dank dieses Sieges gewann der FC Bayern in der Folge die Meisterschaft denkbar knapp gegen Mönchengladbach.

2. Borussia Dortmund – Bayern München 0:3 2013/14

Nach dem epischen Champions League im Wembley im Mai 2013 trafen die beiden Teams sich knapp ein halbes Jahr später in der Bundesliga wieder. Auf der Bank des Rekordmeisters saß nun allerdings Pep Guardiola. Diese Episode zwischen Guardiola und seinem Rivalen Jürgen Klopp dürfte dem Katalanen allerdings noch bestens in Erinnerung sein.

Vor 80.000 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park sahen die Fans ein taktisch geprägtes Spiel, das allerdings vor Intensität nur so strotzte. Klopp’s Team, bekannt für sein gefürchtetes Pressing, versuchte den FC Bayern früh unter Druck zu setzen. Guardiola hatte sich jedoch etwas anderes überlegt. Javi Martínez wurde als Zehner hinter Mario Mandzukic eingesetzt, damit Bayern mit langen Bällen die Dortmunder zermürben konnte.

Dieser unerwartete und untypische Schachzug wurde in der 60.Minute vergoldet, als Guardiola Mario Götze und Thiago Alcantara einwechselte. Fortan spielte Bayern keine langen Bälle mehr, sondern legte Wert auf Kurzpassspiel und verwirrte Dortmund somit komplett. Nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung traf Götze zur 1:0 Führung für Bayern. Arjen Robben und Thomas Müller erhöhten das Ergebnis auf 3:0. Vom taktischen Standpunkt aus erreichte die Bundesliga an diesem Tag ihren vorläufigen Höhepunkt.

1. Schalke 04 – Bayer Leverkusen 7:4 2005/06

Viel mehr Action geht kaum! Am 11. Februar 2006 traf Schalke 04 in der heimischen Veltins Arena auf Bayer Leverkusen. 61.000 Zuschauer sahen eine Partie, die keiner der Anwesenden so schnell wieder vergessen wird. Durch Tore von Sören Larsen, Mladen Krstajic und Zlatan Bajramovic war Schalke nach 30 Minuten mit 3:0 in Führung. Vor der Halbzeit traf Andrej Woronin zum 3:1, und kurz nach der Pause erzielte Dimitar Berbatov den 3:2 Anschlusstreffer. Die Freude der Leverkusener währte jedoch nur kurz. Kevin Kuranyi und Sören Larsen mit seinem zweiten Treffer stellten den alten Abstand wieder her, und nach 62. Minuten sah Schalke wie der sichere Sieger aus. Doch Königsblau machte es nochmal spannend.

Nur eine Minute nach dem 5:2 traf Andrej Woronin ebenfalls zum zweiten Mal an diesem Tag. Und weitere sechs Minuten später, in der 69.Minute, erzielte Jacek Krzynowek sogar das 5:4! Das große Zittern begann, die Anspannung in der Arena war förmlich zu spüren. Doch Lincoln in der 75.Minute und Gerald Asamoah in der 80.Minute machten den Deckel drauf auf eine wahrlich spektakuläre Begegnung mit ganzen 11 Toren. 

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